Die Sternwarten-Montierung,

natürlich ebenfalls selbst gebaut. Motto: Steifigkeit über alles!

Vorbemerkung 1: Riesengrossen Dank an meinen Freund Markus Früh!

Vorbemerkung 2: "Theorie ist, wenns stimmt; Praxis ist, wenns geht..."

Späte Einsicht: Etwas vom ersten, wofür der Amateur sein Geld hinauswerfen sollte, ist eine solide Montierung! Das schönste Teleskop ist nur soviel wert wie seine Mechanik. Es sei denn, man begnügt sich mit transportablen Dobsons oder chinesischem Wackelpudding...

Nach längerem Suchen habe ich bei Markus Früh in St. Gallen einen Eigenbau gesehen, der meinen Ansprüchen an Steifigkeit und Einfachheit der Konstruktion entgegenkommt. Im Herbst 1999 unternahmen wir den Nachbau des Prototypen.
Hier sind einige Komponenten im Rohbau zu sehen (November 1999): Lagergehäuse aus Alu-Quadern von 125x125mm Querschnitt, 65 mm Stahlachsen. Der Montierungskopf wiegt fertig mit Motoren und Getrieben knapp 50 kg.

Die Ankopplung der Schrittmotoren (mit Planetengetriebe) an die Schneckenachsen geschieht mittels Zahnriemen. Diese sind keineswegs elastisch, erlauben aber eine unproblematische Kraftübertragung. Zahnriemen sind recht präzise gefertigt. Die Schneckenräder haben sich mit 75 Zähnen als etwas grob herausgestellt. Für die Deklinationsachse genügt dies, aber für den Stundenantrieb habe ich kürzlich ein Präzisions-Schneckenrad von Richard Gierlinger mit 160 mm Durchmesser und 203 Zähnen nachgerüstet. Damit ist der periodische Nachführfehler um den Faktor 10 kleiner geworden.


 

Diese Montierung hat noch weitere Qualitätsmerkmale. Man beachte die absolut steife und kraftschlüssige Lagerung des Polblocks, der mit einer Gewindestange sehr feinfühlig justiert werden kann. Der gesamte Montierungskopf dreht sich an einem 20 mm-Gewindebolzen auf ihrer mit der Säule verbundenen Grundplatte. Mit Stellschrauben ist der Kopf in Azimut feinverstellbar. Die Instrumentensäule besteht aus einem Betonrohr. Auch bei 70 kg Gesamtlast inkl. Gegengewichten schwingt das Instrument nach einem kräftigen Stoss in weniger als 1 Sekunde aus.

Gesamte Herstellungskosten: ca. 2000 Fr. inklusive Präzisions-Schneckenrad. Man kann für so etwas aber auch problemlos Fr. 8000 ausgeben ...

 

Markus Früh hat eine etwas kleinere mobile Variante seiner Montierung gebaut.

Die Computersteuerung und weitere Details der Bedienung werden hier vorgestellt.

Die Montierung wurde im Frühjahr 2000 vollendet und ist seither das Arbeitspferd in der Sternwarte.


zurück zur Uebersicht