Seit einiger Zeit anodisiere ich manche Aluminiumteile selbst. Dies geht einfach und billig und ist deshalb für Aluminium bearbeitende Amateure interessant.
Man braucht dazu:
Das Werkstück wird in der Sodalösung aufgeheizt, bis es schäumt. 1 - 2 Minuten brodeln lassen. Das Teil ist nun entfettet und angelaugt und darf nun nicht mehr mit den Fingern angefasst werden - Fingerabdrücke eloxieren nicht und lassen sich auch nicht einfärben! Dieser Effekt lässt sich aber auch dekorativ nutzen, indem z.B. mit einem Fettstift Beschriftungen angebracht werden.
Das Stück wird mit dem Aluminiumdraht gut leitend verbunden
(z.B. indem man den Draht in eine bestehende Bohrung klemmt oder
schraubt) und frei in die Säure gehängt. Hier wird der
Pluspol des Ladegeräts angeschlossen. Der Bleistreifen
wird mit dem Minuspol verbunden und ebenfalls ins Säurebad
gehängt; er darf den andern Pol nicht berühren!
Wichtig:
Es dürfen keine andern Metalle, besonders kein Kupfer
in die Säure gelangen.
Der Strom wird nun eingeschaltet. Es entwickeln sich an beiden
Polen Blasen. Es muss darauf geachtet werden, dass sich die Blasen
am Werkstück nicht unter Hohlräumen sammeln, sondern
aufsteigen.
Die erforderliche Einwirkungszeit richtet sich nach der fliessenden
Stromstärke und nach der Oberfläche des Werkstücks;
als Faustregel mag etwa gelten: eine Ampèreminute
pro Quardatzentimeter Oberfläche. Der Prozess muss
beobachtet werden, da sich die Stromstärke laufend verändert.
Von grosser Wichtigkeit ist die Temperatur des Bads.
Diese darf nicht zu hoch sein: zwischen 15 und 20 °C - häufig
kontrollieren! Das Bad heizt sich mit der Zeit auf, weshalb meist
eine Kühlung nötig ist. Ein im Bad aufgewickelter
PVC-Schlauch, durch den bei Bedarf kaltes Wasser strömt,
funktioniert bestens. Zur Not kann man das ganze Bad auch in ein
grösseres Wassergefäss stellen.
Ist die Anodisierung nach einer oder auch zwei
Stunden beendet, werden die Stücke in demineralisiertem Wasser
abgespült und nicht angefasst. Sie können jetzt
entweder direkt gesealt (Poren schliessen) oder nach Lust und
Laune gefärbt werden. Auch dies bereitet keine grossen
Probleme. Man kann mit bestem Erfolg normale Textilfarbpulver
(ESWACOLOR) verwenden, wie sie in jeder Drogerie (jedenfalls bei
uns in der Schweiz) erhältlich sind.- Leider werden Textilfarben
neuerdings mit Fixiersalz fertig gemischt angeboten. Diese Farben
eignen sich nicht zur Metallfärbung!
Das Pulver wird mit demineralisiertem Wasser und etwas Essig oder
Essigsäure angesetzt. Darin werden die anodisierten Teile
gebadet, bis die erwünschte Farbtiefe erreicht ist. Am heikelsten
ist eine satte schwarze Farbe zu erreichen. Das Bad darf nicht
zu heiss sein!
Nachher kocht man die Teile längere Zeit in demineralisiertem
Wasser, um die noch immer poröse Oberfläche zu versiegeln.
Zuletzt weren die Teile noch mit einem mit Petrol oder Maschinenöl
befeuchteten Lappen abgerieben.
So behandelte Teile bieten Auge und Hand eine wesentlich angenehmere
Oberfläche dar als das grau schmierende, unbehandelte Aluminium.
Sie besitzen auch bessere mechanische Eigenschaften: Die Oberfläche
ist härter und gleitet besser.